Neues "Reset"-Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU: Ein stilles, aber entscheidendes Update für Mehrwertsteuer und Handel
Nach einem Gipfeltreffen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union in London wurde am 19. Mai 2025 eine Einigung erzielt, die die Beziehungen zwischen beiden Parteien nach dem Brexit neu regeln soll. Obwohl dieses Abkommen viele Themen abdeckt, ist es wichtig, die oft übersehenen Auswirkungen auf die Mehrwertsteuer und den Handel hervorzuheben, insbesondere für Unternehmen, die grenzüberschreitenden Handel mit Nordirland betreiben.
Weitere Entwicklung der Mehrwertsteuer im Windsor-Rahmen
Mit der Vereinbarung werden keine neuen MwSt-Vorschriften eingeführt. Stattdessen baut sie auf dem derzeitigen Windsor-Rahmen auf und bekräftigt die Verpflichtung des Vereinigten Königreichs und der EU, Handelshemmnisse abzubauen und gleichzeitig die Integrität des britischen Binnenmarktes und des EU-Binnenmarktes zu wahren. Im Rahmen des Windsor-Rahmens erhielt das Vereinigte Königreich eine begrenzte Kontrolle über die MwSt-Vorschriften in Nordirland zurück, so dass es bestimmte MwSt-Änderungen, wie z. B. den Nullsatz für energiesparende Waren, anwenden kann, während es gleichzeitig die EU-Vorschriften für den grenzüberschreitenden Handel einhält.
Nordirland hält sich weiterhin an die EU-Mehrwertsteuervorschriften für Waren, gestattet dem Vereinigten Königreich jedoch die Anwendung niedrigerer Mehrwertsteuersätze auf bestimmte Anlagen (wie Wärmepumpen und Solarpaneele), die von dort aus wahrscheinlich nicht in die EU gelangen werden.
Ab Januar 2025 ist das Vereinigte Königreich nicht mehr verpflichtet, die EU-Mehrwertsteuerregelung für kleine Unternehmen in Nordirland anzuwenden. Stattdessen kann es eine UK-spezifische Regelung anwenden, sofern die Umsatzgrenzen mit den EU-Vorschriften übereinstimmen, um Missbrauch zu verhindern.
Nicht gefährdete Güter: Ein entscheidender Mechanismus
Eines der wichtigsten Elemente im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuer, das sich weiter entwickelt, ist die Klassifizierung "nicht gefährdete Waren". Nach dem Windsor-Rahmenabkommen ermöglicht dieses System, dass Waren, die in Nordirland verbleiben sollen (und nicht in den EU-Binnenmarkt gelangen), die vollen EU-Zoll- und Mehrwertsteuerregeln umgehen können.
Für Waren, die als "nicht gefährdet" gelten, können die britischen Mehrwertsteuervorschriften in Anspruch genommen werden, anstatt der vollen EU-Mehrwertsteuer zu unterliegen. Dies schließt die Möglichkeit ein, ermäßigte Sätze in Anspruch zu nehmen und die Dokumentation für Unternehmen zu vereinfachen. Für Unternehmen in Großbritannien, die an Kunden in Nordirland verkaufen (insbesondere Groß- und Einzelhändler), bedeutet die Möglichkeit, Waren als "nicht risikobehaftet" einzustufen, eine erhebliche Verringerung der administrativen und finanziellen Belastung.
Das Vereinigte Königreich und die EU arbeiten gemeinsam an der Fertigstellung einer detaillierten Liste von Waren, bei denen davon ausgegangen werden kann, dass keine Gefahr besteht, dass sie aus Nordirland in die EU gelangen. Diese Liste wird fünf Jahre lang gültig sein und regelmäßig im gegenseitigen Einvernehmen überprüft werden.
Dieser Mechanismus ist von entscheidender Bedeutung für die Gewährleistung eines reibungsloseren Handels bei gleichzeitiger Wahrung der notwendigen Garantien für den EU-Binnenmarkt.
Blick in die Zukunft
Das Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU vom Mai 2025 führt zwar keine weitreichenden Änderungen im Bereich der Mehrwertsteuer ein, festigt aber die Zusammenarbeit und stärkt den im Windsor-Rahmenwerk vorgezeichneten Weg. Die Unternehmen sollten genau beobachten, wie die Liste der "nicht gefährdeten Waren" formalisiert wird und wie sich aus den fortgesetzten technischen Gesprächen möglicherweise weitere Vereinfachungen ergeben.
Wenn Sie Fragen zur Mehrwertsteuer im Vereinigten Königreich oder speziell zum Handel in Nordirland haben, wenden Sie sich bitte über den unten stehenden Link an unsere Mehrwertsteuerberater, die Ihnen gerne weiterhelfen werden.
